Piero wavesnbackpack

Dieser Artikel ist von Piero geschrieben. Wir haben ihn in einer Backpacker Gruppe auf Facebook kennengelernt, uns ein wenig übers Reisen austauscht und nun freuen wir uns tierisch, dass er seine persönlichen Highlights auf Hawaii mit uns teilt. Die Inselgruppe im Pazifik ist schon wirklich sehr beeindruckend und je mehr man darüber liest oder schaut, desto mehr steigt das Bedürfnis dorthin zu fliegen…

 

Dies hier ist nicht ausschließlich ein Reisebericht – eigentlich bin ich vielmehr der Arbeit wegen in Hawaii und deshalb möchte ich zunächst ein paar Worte verlieren, wie ich überhaupt hierhergekommen bin. Ich bin Piero – Forscher, vblogger und YouTuber. Eigentlich studiere ich dennoch Geowissenschaften, um noch genauer zu sein: Ich bin auf Tsunami-Risiken spezialisiert. Und aus diesem Grund bekam ich die Möglichkeit, an viele Ort der Welt zu reisen (wie Chile, Neuseeland, Kalifornien und Hawaii). Direkt gefolgt von meinem chronischen Fernweh.

Lass uns mit ein paar Fakten zu Hawaii beginnen. Hawaii ist die wahrscheinlich bekannteste Inselkette im Pazifischen Ozean, bestehend aus acht Inseln, von denen man sechs besuchen kann. Wir sprechen hier von Vulkaninseln, mit dem „Mauna Kea” als höchste Erhebung des Pazifiks (und nebenbei sprechen wir eigentlich auch von dem höchsten Berg der Welt, gemessen vom Fuße bis zum Gipfel). Dies sind alles Fakten, die man auch auf Google finden könnte, doch die Tatsache, dass Hawaii einer der ganz wenigen Orte der Welt ist, wo man entspannen, die Hektik hinter sich lassen und Probleme vergessen kann – das sagt Google dir nicht. Denn Hawaii ist weit, weit weg von Allem drumherum. Wirklich weit, weit weg…

Der schnellste Weg nach Hawaii zu reisen ist ein fünfstündiger Flug von Kalifornien. Und genau den trat ich an, um mein Abenteuer zu beginnen.

Kauai Highlights auf Hawaii

Flüge nach Hawaii und Insel-Hopping

Meine Reise begann am 23. Januar, als ich die Flüge buchte. Hierzu musste ich definitiv einmal tief durchatmen, denn die Flüge auf die Inseln sind wirklich kostspielig und zudem kam, dass zwischen Buchungsdatum und Reiseantritt nur wenige Wochen lagen. Der einzige Vorteil hier: Mit zirka $100 im Gepäck kann man günstig zwischen den Inseln hin- und her pendeln, wahrscheinlich aber meist mit einem Zwischenstopp in Honolulu, O’ahu. Meine bevorstehenden Ziele für dieses Jahr lauteten Kaua’i – die Garteninsel und O’ahu – der “Sammelplatz”. Im Herbst 2015 besuchte ich bereits Kaua’i und Hawai’i, die große Insel.

Mein Zuhause und Speisen auf Hawaii

Auf den meisten Inseln kann man sich in öffentlichen Stellen für ein paar Dollar eine Camping-Lizenz zulegen. Das ist insofern super, als dass man diese auf jeden Fall benötigt, denn an jedem Strand oder Nationalpark wo Camping erlaubt ist, kontrollieren Rangers strikt. Selbst beim Nickerchen im Auto benötigst du solche eine Lizenz.Die meisten Backpacker jedoch bevorzugen Hostels während des Reisens. Leider gibt es gerade auf Hawaii nicht überall Hostels und Hotels hingegen können eine durchaus kostspielige Alternative werden. In größeren Städten wie Honululu und Kahului findet man jedoch einige günstige Hostels. Die beste Option ist hier das Mieten von Strandhäusern, wenn man in einer Gruppe reist. Diese preisgünstige Möglichkeit hab ich auf all unseren Trips bisher gewählt und wir hatten immer eine tolle Zeit.

Kauai Ferienhaus Hawaii

Hawaiianisches Essen wurde stark von der asiatischen Küche, vor allem aber auch der japanischen beeinflusst und wird somit von Meeresfrüchten dominiert. Poke, mein absoluter Favorit, ist ein Salat, der auf rohem Ahi (Thunfisch) basiert. Ein weiteres traditionelles Essen ist „Poi“ welches aus Taro (eine Art Knollengemüse) gewonnen wird und an Pudding erinnert. Zunächst musste ich mich an die Konsistenz gewöhnen, aber der Geschmack, vor allem aber kombiniert mit Bananen und Kokosnuss ist einsame Spitze. Alle Fleischliebhaber werden mit „Loco Moco“, einem Schweinesteak mit Spiegelei und Bratensoße, glücklich und zufrieden sein.

Food Trucks bieten Essen oft zum besten Preisen an und reichen eine große Auswahl an Curries, Fisch-Tacos und vielem mehr. Lebensmittel und Speisen sind jedoch deutlich teurer, verglichen mit dem US-amerikanischem Festland. Klar, denn hier muss alles (außer Früchten und Meeresfrüchten) importiert werden. Ein hilfreicher Tipp ist hier, Vorratskäufe in größeren Städten zu machen, um dann, gerade bei längeren Aufenthalten in abgelegenen Orten, auf diese zurückgreifen zu können. Denn gerade die kleineren Deli-Stores sind oft komplett ausgeplündert.

Reisen, Schwimmen, Schnorcheln & Surfen auf Hawaii

Am schnellsten und bequemsten reist man auf der Insel mit einem Mietwagen. Viele junge Menschen fahren auch per Anhalter oder bewegen sich mit dem Fahrrad von A nach B, was auch meine persönlicher Favorit ist, da die Insel nicht wirklich groß ist. Nichtsdestotrotz kann der Verkehr, vor allem in den größeren Städten, sehr hektisch sein.
Eine Reisezeitempfehlung auszusprechen ist nicht leicht, da es praktisch keine Jahreszeiten auf Hawaii gibt, auch wenn die Hawaiianer im Januar dick eingepackt mit Pulli durch die Gegend laufen, da das Thermometer „nur“ 25 Grad anzeigt.

Die einzige erkennbare Jahreszeit, die für viele Hawaiianer und Touristen zählt, ist die Surf-Saison. Diese kann in drei Hauptsaisons unterteilt werden: Winter-Saison, Herbst- und Frühjahr-Saison und Sommer-Saison.

Im Winter (November-März) startet die Hauptsaison für professionelles Surfen. Hier donnert der Pazifik mit all seiner Kraft in die „North Shore“ und lässt Wellen mit bis zu 30ft (10 Meter) entstehen. Perfekt für die anstehende Weltmeisterschaft. Dies ist dann auch die geschäftigste Zeit auf Hawaii, besonders auf O’ahu, da in dieser Zeit sonst nur selten ähnlich gute Wellen zu finden sind.

Der Frühling (März-Mai) und der Herbst (September–November) ähneln sich sehr und präsentieren die beste Surfzeit für „normale“ Surfer mit vergleichsweise kleinen Wellen.

Oahu beach Hawaii

Der Sommer (Mai-September) hingegen bietet die schlechteste Zeit zum Surfen auf Hawaii, obwohl Surffilme das Surfen als einen Sommersport mit Bikinis und Badehosen zeigen – was streng genommen falsch ist. Obwohl es sich hier im Sommer nicht so wunderbar surfen lässt, finden Anfänger und Intermediates auf Hawaii sogar dann ziemlich gute Bedingungen. Natürlich bedeutet das nicht, dass die Wellen dann nur dir alleine gehören. Gerade während der Schulferien werden die Spots gefüllt sein von Kindern, die dir die Nase lang machen und zeigen wie Surfen aussehen sollte!

Schwimmen und Schnorcheln ist auf Hawaii 365 Tage im Jahr möglich, da die Wassertemperatur nie unterhalb der 26 Grad abfällt. Dennoch habe ich einen guten Tipp von einer Hawaiianerin bekommen: „Geh niemals schwimmen, wenn du keinen Local im Wasser siehst.“ Die Gründe hierfür sind die zum Teil starken Strömungen und Haipopulationen an manchen Stränden. Haie erscheinen zwar meist nur in der Morgen- oder Abenddämmerung, aber vor allem an Flussmündungen. Maui, Moloka’i und O’ahu sind dafür bekannt, tolle exotische Fische und Riffe zu beheimaten und damit die besten Spots zum Schnorcheln und Schwimmen. Zum Surfen können die Stände im Norden besucht werden, wohingegen die Südstrände, dank ruhigerem Gewässer, eher zum Schnorcheln zu empfehlen sind. Darüber hinaus ist mein absolutes Hightlight auf Hawaii das einzigartige Erlebnis eines Helikopterfluges, wahlweise auf Kaua’i oder der großen Insel Hawai’i. Sicher nicht günstig, aber ein einmaliges Erlebnis.

Highlights auf Kaua’i

Kaua’i ist eine eher wenig besiedelte Insel und somit wahrscheinlich die beste für Naturliebhaber mit weiten, grünen Tälern im Norden und dem „Grand Canyon“ auf der Pazifikseite (Waimea Canyon) im Süden. Hier wurden auch – nicht ohne Grund – Hollywood Blockbuster wie Jurassic Park gefilmt. Du kannst Tagestouren mit dem Rad machen oder einige Tage durch den Na Palo Coast State Park wandern und hier den Waimea Canyon State Park besuchen.
Ein paar weitere Ideen für Ausflüge wären:

  • Surfen auf Kaua’i – Hanalei Bay
  • Makawuahi Cave
  • Schnorcheln auf Kaua’i Poipu Beach Park
  • eine weitere tolle Ecke zum Schnorcheln – Tunnels

Kauai hIghlights

Highlights auf O’ahu

Du liebst etwas belebtere Orte und Großstadtleben? Dann solltest du definitiv O’ahu besuchen. Die größte Stadt, Honolulu, hat sogar eine Skyline und historische Orte wie Pearl Harbor zu bieten. Nichtsdestotrotz ist O’ahu sicher nicht die Urlaubsdestination Nummer Eins. Wer es ein wenig ruhiger haben möchte, sollte gen Norden reisen und hier zum Northshore Surfspot. Aber auch hier kann es, gerade im Winter, ein wenig voller werden.
Orte die du in O’ahu auf der Liste haben solltest:

  • Diamond Head – Ein beeindruckender Krater
  • Battleship Missouri Memorial – Pearl Harbour
  • Koko – ein weiterer Krater
  • Zum Schnorcheln auf O’ahu – Waikiki Beach

Oahu Hawaii Felder

Highlights auf Hawai’is Hauptinsel

Wenn du auf hawaiianischen Inseln reist, dann verpass Hawai’i selbst bitte nicht. Die Insel ist der „Geheimtipp” und sogar der Lieblingsort der Hawaiianer. Mit ein bisschen Glück kannst du die Inselformation vom Vulkan Kilauea National Park sehen. In den vergangenen Jahren war der Vulkan sogar einmal pro Jahr aktiv. Sobald die Wege um die Lavafelder gesperrt sind (wegen Bildung von giftigen Gasen), solltest du in Betracht ziehen, mit einem Hubschrauber über den Krater von Kilauea zu fliegen. Auch hier: Nicht gerade günstig, aber sicher eine Sache die du nie vergessen wirst.

Auf dieser Insel sollte ein 4×4, also ein Offroad-Wagen, deine Wahl sein, da man den Mt. Mouna Kea hochfahren muss, um ein Zeuge des Naturschauspiels zu werden. Sei hier du jedoch wirklich vorsichtig und unterschätze nicht die Höhe von 4000 Metern. Die Gefahr der Höhenkrankheit ist durchaus gegeben, vor allem wenn man mit dem Auto innerhalb einer Stunde den Gipfel erreicht hat. Dennoch eins ist sicher: Bei klarer Sicht ist der Ausblick umwerfend.
Von den Erfahrungen die ich gemacht habe, kann ich ebenso den „Green Sand Beach“ empfehlen. Aber beachte hier bitte, dass die 4 Kilometer Off-Road-Fahrt – gerade wenn du noch keine Erfahrung darin gesammelt hast – problematisch werden könnte. Viele Touristen, wie auch ich selbst, bleiben hier stecken. Damit hier keine Komplikationen auftreten, fahren Locals die Strecke häufig ab und nehmen Touristen für $10 mit. Sollte dies für dich keine Alternative sein, kannst du in der Gegend auch wunderbar Klippenspringen gehen. Dieses Erlebnis ist am „South Point“ möglich, was nahe dem „Green Sand Beach“ gelegen ist.

Mauna Kea Hawaii Highlights

Andere Empfehlungen auf Hawai’i:

  • Hilo (Tsunamimuseum und ein Farmer Market)
  • Für Bierliebhaber: Besichtigung der Kona Brauerei in Kona
  • Kona (Ein zweiter Farmer Market oder im Oktober den Ironman)
  • Die Lavafelder von Mauna Loa
  • Kaffee-Plantagen

Ich hoffe, dir mit meinem Beitrag ein paar Einblicke in das Leben auf der Inselgruppe des pazifischen Ozeans gegeben zu haben und vielleicht hab ich ja sogar deine Lust gesteigert ein Mal nach Hawaii zu reisen? Oder fehlen noch irgendwelche wichtigen Infos? Hinterlass’ doch gerne einen Kommentar!

Nachtrag: Wir haben eine liebe Nachricht von einer Leserin bekommen, die über unseren Artikel hinaus, zwei weitere Links hilfreich fand. Einmal hier entlang um mehr Infos mehr Tipps zu Sehenswürdigkeiten in Hawaii zu erhalten und hier klicken für einen weiteren, hilfreichen Hawaii Guide.